Ware Gesundheit

Das Titelbild des Bankspiegels 2/2012, viele Menschen schwimmen auf Bahnen

Mit der zweiten Ausgabe 2012 erschien eine interessante Ausgabe des Bankspiegels, der Zeitschrift der GLS BANK.

Die Ausgabe hat das Thema Gesundheit1, unter anderem mit Beiträgen von Peter F. Matthiessen, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Medizintheorie und Komplementärmedizin in Witten/Herdecke, dem Medizinhistoriker und Sinologen Paul U. Unschuld und einem Interview mit dem Vorsitzenden des Marburger Bundes Rudolf Henke.

Insbesondere der Artikel von Professor Unschuld hat mir gefallen, er beschreibt ganz klar welchen Weg die Gesundheitswirtschaft eingeschlagen hat: Gesundheit ist eine Ware geworden, Ärzte sind durch die Wirtschaft zu Dienstleistern degradiert worden, die Krankheit ist nicht mehr etwas Volkswirtschaftlich ungünstiges, sondern wird als wirtschaftlich nützlich gesehen, da die Gesundheitswirtschaft einen guten Teil des Bruttosozialprodukts ausmacht. Er beschreibt auch ganz klar, was er ebenfalls sieht, dass die gesetzlichen Krankenkassen Kampagnen organisieren um die Ärzte als geldgierig darzustellen, und selbst auch zur Steigerung ihres Einkommens aus dem RSA Menschen kränker darstellen als sie es möglicherweise sind.

Insgesamt eröffnen sich immer neue Chancen in der Wirtschaft und wenn das Gesundheitswesen schon jetzt als Gesundheitswirtschaft verstanden wird, dann hilft auch kein Jammern darüber, der Weg wird momentan jedenfalls von der Wirtschaft vorgegeben.
Dies zeigt auch schon ein zwei Jahre altes Essay von Unschuld, (auf bpb.de) und ein gleichnamiges Buch2 aus denen er einige Dinge jetzt wiederholt hat, die Aktualität hat sich eher noch verschärft.

mentalitea steht für ein anderes Konzept: Aufklärung und Prävention soll der Schwerpunkt der medizinischen Tätigkeit sein und nicht das Flicken von Schäden. Denn für eine wirklich präventive Medizin brauchen wir die Kommunikation miteinander, der Arzt braucht Wissen über die Lebensweise seiner Patienten und der Patient braucht Anleitung die er befolgen kann. Das geht nur durch Kooperation, auch wenn es erst einmal schwieriger erscheint einen Menschen zu einer besseren Bewegung, zu gesünderer Ernährungsweise, zu entspannterem Verhalten zu führen als ihm im Nachhinein eine Tablette gegen zu hohe Blutfettwerte, eine gegen Depression, und drei bis vier gegen Bluthochdruck und KHK und verschiedene gegen zu hohe Blutzuckerwerte zu verordnen lebt der Mensch doch besser und die Gesellschaft ist zufriedener. Das Outcome ist vielleicht in Lebensjahren gemessen gleich, aber wir kennen in der Medizin auch die Qualität als Messwert und können so und nur so die Qualität des Lebens erhöhen.

Um einem Menschen mit dem obigen typischen Krankheitsbild einer "Zivilisationskrankheit" eine medikamentöse Therapie angedeihen zu lassen braucht man den Arzt als Dienstleister und Ausführendes Organ der Gesundheitsindustrie, um ihm eine Behandlung zu gewährleisten die den besten menschlichen Standards entspricht braucht man ärztliches Wissen, Einfühlungsvermögen und Kompetenz, für die ein Arzt studieren soll, und dass muss auch bezahlt werden, finden wir.

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