Der gute Arzt: Lehrbuch der ärztlichen Grundhaltung

Autor: 
Klaus Dörner
ISBN: 
3-7945-2250-8
Preis: 
39,99€
Buchreihe: 
Schriftenreihe der Akademie für integrierte Medizin
Auf den ersten Blick: 
Ein hochwertiges Druckobjekt wie alle Bücher aus dem Hause Schattauer halte ich in der Hand, feste Leinenhaptik und das Bild des Dr. Gachet, von Van Gogh auf dem Einband bleiben dem einzigartigen Stil dieses Elite-Herausgebers medizinischer Bücher treu. Ich hatte vor zwei Jahren ein Exemplar der ersten Auflage als Ausschussware von unserer medizinischen Bibliothek für € 2,- und noch nicht geschafft es zu lesen, da für dieses 340 Seiten lange Buch neben den Fachbüchern des Studiums keine Zeit blieb, dies hat wohl auch zum Ausschluss aus der medizinischen Bibliothek geführt. Die 2. Auflage von 2003 hat nun 355 Seiten und ist somit nicht so sehr gewachsen wie dies die anderen Fachbücher in der gleichen Zeit getan haben (zum Beispiel hat der Herold "Innere Medizin" von 2012 bis 2013 alleine 28 Seiten zugelegt) Auch hier zeigt das Inhaltsverzeichnis schon, dass es sich nicht um eine kurze Erklärung handelt sondern um einen philosophischen TItel.
Aufbau und Layout: 
8 Kapitel mit jeweils drei Unterkapiteln beleuchten das Arztbild, die ärztliche Aufgabe und Grundhaltung von verschiedenen Seiten und schließen sich an eine Gebrauchsanleitung an.Viele der Abschnitte beginnen mit Zitaten berühmter Dichter und Denker, Querverweise zu anderen Textstellen sind als Fußnoten unten auf der Seite angegeben, was ein schnelles Auffinden erleichtert.
Inhalt: 

Auch das Inhaltsverzeichnis (siehe unten) spannt einen breiten Bogen und kann schon als Hinweis auf den Nutzen des Buches dienen und auf die Relevanz für das Leben als Arzt. Relevant für Studenten ist allerdings meist die Definition wie viele Fragen einer Multiple-Choice Klausur beantwortet mir der Inhalt dieses Buches, oder wie bringt er mich weiter in mündlichen Prüfungen. Insofern ist das Buch ausreichend relevant, da es den offenen Blick für den Patienten und das Umfeld schult, indem es das Denken übt und nicht das reine Repetitieren von Fakten, und indem es sich mit den eigenen Wünschen an den Arztberuf auseinandersetzt. Es ist auch ein Buch, was einiges in ein anderes Licht rückt, so kann man schon neben einem Anatomie- oder Physiologietestat darin stöbern und die wirklich wichtigen Dinge im Leben entdecken. Durch diese Eigenschaft, und da die meisten Medizinstudenten, zumal nach der Abschaffung von Wehrpflicht oder Zivildienst nicht einmal diese Unterbrechung von ihrem Lern-lebenslauf haben wird es doch relevant, - jedoch nur für diejenigen die auch gute Ärzte werden wollen und vor allem für diejenigen, die ihre Berufung in der Patientenversorgung sehen.

Inhaltsverzeichnis:

  • Gebrauchsanweisung
  1. Sorge um mich selbst
    1. Das gute Leben
    2. Medizin als Philosophie
    3. Philosophische Grundhaltung des Arztes
  2. Von der Sorge zur Verantwortung für den Anderen
    1. Der Patient als der Fremde
    2. Der Patient als der Andere
    3. Ärztliche Haltung der Erstbegegnung
  3. Arzt vom Andern her
    1. Arzt-Patient-Beziehung
    2. Verstehen
    3. Handeln
  4. Arzt vom letzten her
    1. Chronisch Kranke - der ärztliche Pflegefall
    2. Menschen mit Behinderung
    3. Menschen mit Wachkoma
  5. Arzt vom Dritten her
    1. Arzt-Angehörigen-Beziehung
    2. Familienmedizin
    3. Trialogische Medizin
  6. Arzt von der Gemeinde her
    1. Kommunale Lebenswelt und Krankheit
    2. Zivilgesellschaftliche Bewegungen
    3. Gemeindeverantworutng des Arztes
  7. Ärztliche Selbstbegrenzung vom Anderen her
    1. Krankenhaus
    2. Arzt-Praxis
    3. Ärztliche Selbstverwaltung
  8. Ärztliche Selbstbefreiung vom Anderen her
    1. Geschichte
    2. Leib
    3. Technik
  9. Namenregister
  10. Sachregister
Abbildungen und Tabellen: 

keine

Fazit: 

Ein kompliziertes Buch, das gelesen werden sollte, weil die Beschäftigung mit dem Selbstverständnis, mit der eigenen Haltung und die kritische Auseinandersetzung mit den Konflikten denen man in der Praxis begegnet eine wichtige Eigenschaft eines guten Arztes ist. In gewisser Weise nimmt das Buch so einige Dinge vorweg, die man vielleicht selbst nocht nicht bewusst erlebt hat und öffnet die Augen für die Sichtweise, hier ist es ganz hilfreich die Sichtweisen der "Anderen", der "Gemeinde" und der "Dritten" zu erfahren und zu integrieren. So kann eine ärztliche Grundhaltung wachsen. Das Buch ist sicher auch für Neulinge in der Medizin geeignet, gerade da es kein Wissen voraussetzt, außer einem Mindestmaß an gesellschaftlicher Bildung. Und auch weil der Autor selbst die Beschäftigung mit diesen weichen Daten der Medizin gegenüber den harten Fakten der Wissenschaft in der Medizin empfiehlt voranzustellen. Die Sprache ist sicher nicht einfach und erfordert einiges Einlesen, vor allem wenn man wie Ich selbst nach 6 Jahren fast rein medizinischer Fachliteratur mit Begriffen wie "Moralquellen", und "Verantwortung" wieder vertraut werden muss.

Notenverteilung: 
Erster Eindruck 1
Formaler Aufbau 2
Didaktik 2
Inhalt 2
Relevanz fürs Studium 4
Layout insgesamt 2
Abbildungen keine vorhanden
Grafiken/Tabellen keine vorhanden
Preis/Leistung 2
Gesamtnote: 
2
Zielgruppe: 
Ärzte, Apotheker und Studenten, Pflegekräfte und Patienten, Gesundheitsökonomen

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